Zum Inhalt springen

Leistung B · 1 · Archäologische Prospektion

LiDAR-Archäologie. Prospektion vor dem Spaten.

Laserscanning misst den Boden auch unter dichtem Wald. Wir machen daraus Reliefansichten, sichten große Flächen mit KI und prüfen jeden Kandidaten, bevor jemand ins Gelände geht.

Abb. 01Geländemodell aus LiDAR, 1,2-fach überhöht · Daten: LGL BW, dl-de/by-2.0, bearbeitet

01Was sich zeigt

Im Luftbild Wald. Im Relief Geschichte.

Ein Ausschnitt aus unserer Hero-Linse: Unter dem Kronendach liegen Formen, die kein Luftbild zeigt. Die Beschriftung verrät bewusst keinen Ort.

Geländemodell eines Waldstücks mit markierten Hohlformen und einem Rundhügel
  1. 01Trichtergruben im WaldDutzende Hohlformen, im Luftbild unsichtbar. Deutung offen: Erdfälle oder Materialgruben – das klärt erst die Prüfung.
  2. 02Flacher RundhügelIm Luftbild nicht zu erkennen, im Relief deutlich. Einordnung und Lage bleiben bewusst offen.

Geländemodell aus LiDAR · Daten: LGL BW, dl-de/by-2.0, bearbeitet

02Typische Strukturen

Was Reliefkarten sichtbar machen.

  • 01

    Grabhügel

    Runde Erhebungen, oft in Gruppen – im Wald über Jahrtausende erhalten.

  • 02

    Hohlwege

    Eingetiefte Altwege, häufig als Bündel an Hängen.

  • 03

    Wölbäcker

    Parallele Beetstrukturen früherer Ackerflur unter heutigem Wald.

  • 04

    Terrassen

    Stufen früheren Wein- oder Ackerbaus an Hängen.

  • 05

    Meilerplätze

    Kreisrunde Plattformen der Holzkohle-Herstellung.

  • 06

    Wälle und Gräben

    Lineare Strukturen von Befestigungen, Grenzen oder Landwehren.

03Methode

Mehrere Ansichten, eine begründete Liste.

Keine Reliefansicht zeigt alle Strukturen. Wir rechnen für jedes Gebiet denselben geprüften Satz aus sechs Ansichten, lassen die KI Ausschnitt für Ausschnitt sichten und prüfen jeden Kandidaten blind – ohne Kenntnis von Ort und Erwartung.

  • Ablehnungen werden begründet: Forstweg, Rückegasse, Holzlagerplatz, jüngere Nutzung
  • Gegenprüfung mit historischen Karten und Luftbildern
  • Offene Kandidaten mit Empfehlung zur Begehung – nie als „Fund“ bezeichnet

04Verantwortung

Fundstellen gehören geschützt.

Wer Kandidaten findet, trägt Verantwortung. Unsere Regeln gelten in jedem Projekt.

  1. 01Keine Veröffentlichung von Koordinaten – weder auf dieser Seite noch in Vorträgen
  2. 02Ergebnisse gehen an den Auftraggeber und die zuständige Denkmalpflege
  3. 03Begehungen nur mit Genehmigung und durch die zuständigen Fachleute
  4. 04Interne Kennzahlen kennzeichnen wir als intern und nicht extern validiert

05Austausch

Methode offen gelegt.

Unseren Workflow haben wir im September 2026 beim CAA Joint Chapter Meeting in Münster vorgestellt und offen zur Diskussion gestellt.

  • Blog

    Context Before Pixels

    Der Vortrag zum Nachlesen: wie ein Multi-Agenten-Workflow offene LiDAR-Daten in eine geprüfte Kandidatenliste verwandelt.

  • Blog

    KI-Urteile in der Archäologie

    Wie ein typisiertes KI-Modell Klassifikationen begründet – drei Praxisbeispiele mit echten Antworten.

06Fragen

Häufig gefragt.

Ersetzt LiDAR die Begehung?

Nein. LiDAR und KI grenzen die Fläche ein und begründen, wo sich eine Begehung lohnt. Ob dort etwas ist, klären die Fachleute im Gelände.

Welche Auflösung brauchen wir?

Für kleine Strukturen wie Meilerplätze oder Wölbäcker ist ein Geländemodell mit 1 m Rasterweite oder feiner nötig. Viele Bundesländer stellen solche Daten offen bereit; wir prüfen das vor Projektbeginn.

Arbeitet ihr mit Denkmalämtern zusammen?

Unsere Ergebnisse sind für die Denkmalpflege gedacht und gehen an die zuständige Stelle. Wir veröffentlichen keine Koordinaten und empfehlen Begehungen nur mit Genehmigung.

Wie zuverlässig ist die KI-Sichtung?

Das messen wir je Projekt: mit Blindprüfung, begründeten Ablehnungen und – wo vorhanden – bekannten Denkmalen als Kontrolle. Allgemeine Trefferquoten versprechen wir nicht.

Welche Fläche wollen Sie vorsichten?

Nennen Sie uns das Gebiet und die Fragestellung. Wir sagen Ihnen, welche Daten es gibt und was eine Auswertung leisten kann.