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Stromatem: zehn Jahre Strom, jede Viertelstunde.

Jeder Umlauf ein Jahr, quer durchs Band der Tag. Man sieht die Sonne atmen, den Wind im Winter und wie der Anteil von Wind, Sonne, Biomasse und Wasser von 34 auf 59 Prozent stieg.

Anteil an
Wind und Sonne decken weniger als

Befund

Wie das gerechnet ist

Ein Tag

    Fragen an zehn Jahre Strom

    Was die Spirale zeigt

    Aus einem Drittel wurden sechs Zehntel.

    Anteil der Erneuerbaren an der Nettostromerzeugung, gerechnet aus jeder Viertelstunde seit dem 1. Januar 2015.

    33,7 → 58,9 %
    Anteil von Wind, Sonne, Biomasse und Wasser an der Erzeugung, 2015 und 2025.
    58,5 GW
    Rekord der Sonne: am 13. August 2026 zwischen 13:00 und 13:15 Uhr.
    131 h
    Längste Dunkelflaute seit 2015: Wind und Sonne deckten ab dem 18. Januar 2015 knapp sechs Tage lang weniger als 10 % des Verbrauchs.

    Gegenprobe: Für 2025 nennt die Bundesnetzagentur 437,6 TWh und 58,8 % Erneuerbare, unsere Rechnung aus denselben Daten ergibt 437,9 TWh und 58,9 %. Der Unterschied kommt von Nachkorrekturen und unserer Rundung.

    So liest man die Spirale

    Ein Umlauf ist ein Jahr, das Band ist ein Tag.

    Die Spirale beginnt innen am 1. Januar 2015 und läuft im Uhrzeigersinn: Oben ist Neujahr, rechts der Frühling, unten der Sommer. Nach jedem Umlauf liegt das nächste Jahr außen an. Quer durch das Band läuft der Tag – innen Mitternacht, in der Mitte Mittag, außen wieder Mitternacht. Jede der rund 410 000 Viertelstunden ist ein Pixel.

    In der Ansicht „Wer liefert“ trägt jede Viertelstunde die Mischfarbe ihrer Quellen. Die Sonne zeichnet einen gelben Streifen in die Mitte jedes Umlaufs, im Sommer breit, im Winter schmal – das Atmen. Blau ist der Wind, er kommt in Schüben und vor allem im Winter. Dunkel bleibt es, wo Kohle und Gas den Strom liefern: in windstillen Winternächten. Von innen nach außen wird die Spirale heller.

    Dunkelflaute

    Wie lang die längste war, hängt an der Definition.

    Eine Dunkelflaute ist keine Messgröße, sondern eine Abmachung. Wir zählen Zeiten, in denen Wind und Sonne zusammen lückenlos weniger als einen festen Anteil des Verbrauchs deckten, und nur solche ab 24 Stunden.

    Bei weniger als 10 % war die längste 131 Stunden lang, im Januar 2015. Bei 15 % sind es 140 Stunden im Oktober 2015, bei 20 % schon 262 Stunden ab dem 15. Januar 2017 – fast elf Tage. Darum widersprechen sich die Zahlen in Artikeln: Jede nimmt eine andere Schwelle. In der Ansicht „Dunkelflauten“ lässt sich die Schwelle umstellen.

    Rechenweg

    Wie aus 410 000 Viertelstunden ein Bild wird.

    1. 1

      Die Bundesnetzagentur veröffentlicht auf SMARD für jede Viertelstunde seit 2015 die Nettostromerzeugung je Energieträger und die Netzlast. Wir laden die zwölf Energieträger und die Netzlast einmal und legen sie je Jahr als kleine Datei ab.

    2. 2

      Je Viertelstunde fassen wir sieben Gruppen zusammen – Sonne, Wind (an Land und auf See), Biomasse mit Wasserkraft und sonstigen Erneuerbaren, Kernkraft, Braun- und Steinkohle, Erdgas, Sonstige mit Pumpspeichern – und speichern ihre Anteile an der Erzeugung, auf 1/250 gerundet.

    3. 3

      Erneuerbar heißt wie bei der Bundesnetzagentur: Wind, Sonne, Biomasse, Wasser und sonstige Erneuerbare. Der Anteil eines Jahres ist die Summe der erneuerbaren Energie geteilt durch die gesamte Erzeugung, nicht der Mittelwert der Viertelstunden.

    4. 4

      Ihr Browser lädt die Jahre nacheinander (zusammen rund 2,6 MB) und zeichnet die Spirale selbst. Die Tage seit dem letzten Archivstand und die Prognose holt unser Server bei SMARD und reicht sie durch; Ihre Adresse erfährt SMARD nicht.

    5. 5

      „Grüner als x % aller Tage“ vergleicht den Anteil des gewählten Tages mit allen gemessenen Tagen seit 2015. Das grünste Fenster von heute und morgen kommt aus der Day-Ahead-Prognose für Wind und Sonne geteilt durch die Lastprognose.

    Grenzen

    • Gezählt ist die Einspeisung ins Netz der allgemeinen Versorgung. Strom, den Haushalte mit ihrer Solaranlage selbst verbrauchen, fehlt, ebenso Bahn- und Industrienetze.
    • Kleinsterzeuger sind teils geschätzt; SMARD korrigiert Werte nachträglich. Die Spirale zeigt den Stand vom Tag des Abrufs.
    • Der Anteil an der Erzeugung ist nicht das Ziel der Bundesregierung, das sich am Bruttostromverbrauch bemisst. Seit 2023 importiert Deutschland mehr, als es ausführt; welcher Mix importiert wird, steht nicht in den Daten. Darum gibt es den Umschalter „Anteil am Verbrauch“.
    • Die Prognose kennt nur Wind und Sonne. Das Zeitfenster trifft, die Prozentzahl liegt meist rund zehn Punkte unter dem späteren Anteil aller Erneuerbaren. Netzengpässe vor Ort sieht sie nicht.

    Fragen

    Häufige Fragen zum Stromatem.

    Wie finde ich meinen Geburtstag?

    Wählen Sie unter „Ein Tag“ ein Datum ab dem 1. Januar 2015 oder tippen Sie auf die Spirale. Die Tafel zeigt dann den Verlauf des Tages, den Anteil der Erneuerbaren und wie grün der Tag im Vergleich zu allen anderen seit 2015 war. Mit „Link kopieren“ lässt er sich teilen.

    Warum ist die Mitte jedes Umlaufs im Sommer gelb?

    Die Mitte des Bandes ist Mittag. Im Sommer liefern Solaranlagen dann einen großen Teil des Stroms, im Juni 2025 im Mittel rund 38 Gigawatt zwischen 12 und 13 Uhr, zehn Jahre zuvor knapp 17. Morgens und abends wird der Streifen schmaler, im Winter fast unsichtbar.

    Was ist eine Dunkelflaute?

    Eine Zeit, in der Wind und Sonne kaum Strom liefern, meist im Winter bei Hochdruck und Nebel. Wie lang sie dauert, hängt an der Schwelle: Mit weniger als 10 % des Verbrauchs war die längste seit 2015 131 Stunden lang, mit weniger als 20 % 262 Stunden.

    Ist der Strom aus meiner Steckdose so grün wie die Spirale?

    Die Spirale zeigt den Mix im deutschen Netz. Ihr Tarif ist ein Vertrag über Herkunftsnachweise, physikalisch fließt bei allen derselbe Netzstrom. Regional kann es abweichen, wenn Leitungen voll sind.

    Wie aktuell sind die Daten?

    Das Archiv reicht bis zum letzten Abruf, die Tage danach holt unser Server bei SMARD, mit etwa einer Stunde Verzug. Die Prognose für morgen veröffentlichen die Netzbetreiber gegen 18 Uhr.

    Ein Muster, das in Ihren Zeitreihen steckt?

    Messwerte, Verbrauch, Erzeugung, Sensoren: Wir machen sichtbar, was in langen Reihen steckt – als Bild, das man liest, und als Werkzeug, das man bedient.